Skip to main content Björn Ulrich Siegel | Leo Baeck Institute London

Björn Ulrich Siegel

Ludwig-Maximilians-University Munich

Die Israelitische Allianz zu Wien 1873-1938

Die Israelitische Allianz zu Wien, gegründet 1873 in Wien, spiegelte den zeitgenössischen Geist der Aufklärung, Emanzipation und Assimilation wider. Nach dem Vorbild der Alliance Israélite Universelle (Paris) arbeitete die IAzW für eine Durchsetzung und Absicherung der jüdischen Emanzipation und sprachlichen Integration. Die Ideale, die die deutsche Assimilation, die bürgerliche Integration und die jüdische Solidarität umfassten, waren die Basis, auf der die IAzW ihre Bildungsmission für die Kronländer Galizien und die Bukowina aufbaute. Mit der Gründung des Schulnetzwerkes in Galizien und den Filialen im gesamten Kaiserreich beanspruchte die IAzW nicht nur einen politischen Alleinvertretungsanspruch, sondern auch einen religiösen Führungsanspruch innerhalb des österreichisch-ungarischen Judentums. Die institutionelle Expansion und der Ausbau des eigenen Anspruches erfuhr erst durch den Ersten Weltkrieg eine deutliche Veränderung zum Negativen. Mit dem ‹Anschluss› und der Schließung der IAzW 1938 durch die Nationalsozialisten brachen endgültig die Ideale und Normen der deutsch-österreichisch-jüdischen Identität der Wiener Elite zusammen und beendeten damit die Geschichte dieses einzigartigen Vereins.  

Subscribe to our Newsletter