Skip to main content Yael Kupferberg | Leo Baeck Institute London

Yael Kupferberg

Freie Universität Berlin

Dimensionen des Witzes um Heinrich Heine. Zur Säkularisation der poetischen Sprache
  
Der “Witz” gilt als Signum der poetischen Sprache Heinrich Heines. Gleichwohl wurde dieser Witz von der zeitgenössischen und späteren Literaturkritik zum Anlass genommen, das Oeuvre Heines als “Notzüchtigung”, als “frivol” und endlich als “jüdisch” abzuwerten - und ihm damit den Rang als “deutscher Dichter” abzusprechen.Unter Berücksichtigung sowohl psychoanalytischer Arbeiten als auch sprachphilosophischer Konzepte der deutschen Romantik analysiert die Studie das komplexe Phänomen Witz und nimmt das Vokabular der Rezeption ins Visier. Das Ergebnis: In der Abwertung des Witzes Heines bringt sich die poetische Sprache um ihre eigene zivilisatorische Leistung. Denn der Witz kann als sprachlich erfolgreiche Sublimierung von Aggressionen gelten, die eine demokratische Kultur fördert. Mehr noch: Die abwehrende Rezeption des Witzes offenbart einen umfassenden Ausgrenzungsdiskurs, der antijüdische Ressentiments ins Ästhetische übersetzt - ideologisch, politisch und religiös. Das Vokabular gegen den Witz erweist sich als Bestand des antisemitischen Jargons des 20. Jahrhunderts.

 

Dr. Yael Kupferberg is a literary scholar who holds a habilitation. Her research focuses on modern Jewish philosophy, Critical Theory, and the theory of antisemitism. From October 2018 to September 2024, she held various positions at the Center for Research on Antisemitism at TU Berlin and served on several occasions as a visiting professor for the Martin Buber Chair at Goethe University Frankfurt am Main. Yael Kupferberg is currently a research associate at the Moses Mendelssohn Center for European-Jewish Studies at the University of Potsdam

 

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