University of Köln
Topographien jüdischer Selbstverortungen im lokalen Raum Rigas, 1842 - 1915
Die (bisher praktisch unerforschte) jüdische Geschichte Rigas um 1900 eignet sich dazu, eher nebeneinander laufende Argumentationsstränge miteinander zu verschränken, etwa die entlang der Fragen nach der Reichweite unterschiedlicher Wissensbestände und kultureller Verortungen. Es gilt zu (er)klären, wie verschiedene jüdische (Selbst-)Verortungen in Riga durch die Lage der Stadt im Überlappungsbereich unterschiedlicher Kulturen und politischer Ordnungen sowie durch die spezifische (hafenstädtisch geprägte) Kultur der Urbanität geformt wurden. Verlässt man den engen Rahmen des methodischen Nationalismus und fragt danach, an welchen Orten plurale kollektive Verortungen in der Moderne wie verhandelt wurden, so werden die nationalstaatlichen bzw. die nationalen Grenzen zwar nicht aufgehoben, aber in ihrer Bedeutung relativiert. Es ist das Neben- und Ineinander kultureller, sozialer und politischer Topographien in Riga, das die Frage nach den Modi der Aushandlung von verschiedenen jüdischen (Selbst-)Verortungen nahe legt. In der Arbeit wird ein raumanalytischer Zugriff benutzt, bei dem es um die „Kartierung“ von Ideen, Praktiken sowie kollektiven Aushandlungsprozessen und -räumen geht. Von Interesse sind die Konfigurationen kultureller (Zwischen-)Räume, Grenzziehungen, Vernetzungen und Grenzüberschreitungen. Der Fluchtpunkt der Untersuchung sind „Topographien jüdischer Verortungen im lokalen Raum Rigas um 1900“. Zugleich versteht sich das Projekt als ein Beitrag – um nur einige Ebenen zu umreißen – zur Geschichte Rigas um 1900, zur Geschichte des Zarenreiches, zur europäischen Geschichte, zur jüdischen Geschichte der Moderne sowie zur Nationalismusforschung.
Studium der Osteuropäischen Geschichte, der Soziologie und der Mittleren und Neueren Geschichte in Köln. Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. SoSe 05 sowie SoSe 06: Auslandsforschungssemester mit Stipendien der Studienstiftung des deutschen Volkes (Forschungen in Riga und New York). M. A. nach dem 9. Fachsemester mit der Magisterarbeit: Zwischen Projekt und Utopie. Wege jüdischer Integration im lokalen Raum Rigas vor 1914 (Note: 1,0). Sept. – Dez. 2007: wiss. Mitarbeiter am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig (Mitarbeit im BMBF-Forschungsprojekt Kommunikationsräume des Europäischen. Jüdische Wissenskulturen jenseits des Nationalen). Juni – Okt. 08: Referent für Hochschulorganisation an der staatlich anerkannten privaten Hochschule Akademie Mode & Design am Verwaltungssitz der Cognos AG in Köln (seit März 09: nebenberuflich). Ab Okt. 08: Einjähriges Stipendium des Leo Baeck Fellowship Programm der Studienstiftung des deutschen Volkes und des Leo Baeck Institute London. Stipendiat des YIVO Faculty and Graduate Student Fellowship Programme 08/09. Aufnahme in das 3-jährige Promotionsstipendienprogramm der a.r.t.e.s. Forschungsschule. Doktorand am Historischen Seminar, Abteilung für Osteuropäische Geschichte. Kurzforschungsaufenthalt in Oxford Ende Nov. 08. Forschungen in den lettischen Archiven im Jan. 09. Ab Febr. 09: längerer Forschungsaufenthalt in New York.