Humboldt University Berlin
Abwehr- und Überlebensstrategien jüdischer Unternehmer in Breslau und Schlesien 1925 - 1939
Das Projekt verfolgt das Ziel, auf der Basis der Grunddaten mittlerer und kleiner jüdischer Unternehmen in Breslau und seinem schlesischen Einzugsgebiet eine monographische Studie zuerstellen, die diese Daten wirtschafts- und sozialgeschichtlich interpretiert. Der Untersuchungszeitraum umfasst die 1930er Jahre, schließt aber unter spezifischen Gesichtspunkten auch die Zeit zwischen 1925 und der nationalsozialistischen «Machtergreifung» mit ein. Das Projekt hat den methodischen Anspruch, die makrohistorische mit der mikrohistorischen Ebene zuverzahnen, und stellt daher die Frage nach der Wechselbeziehung zwischen den ökonomischen Krisenerscheinungen und der politischen Verfolgung der Juden einerseits und den Strategienandererseits, mit denen jüdische Unternehmer auf diese Herausforderungen reagierten. Die Beendigung ihrer Wirtschaftstätigkeit wird auf diese Weise einem längeren Prozess zugeordnet, dessen Rekonstruktion den jüdischen Unternehmer nicht nur als Opfer, sondern auch und insbesondere als aktiv Handelnden zeigt.
Studium der Geschichtswissenschaft und Slavistik in Hamburg, Berlin, Moskau und Warschau; 2000–07 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin; Promotion 2005 zum Thema Kredite für NS-Verbrechen. Deutsche Kreditinstitute in Polen und die Ausraubung der polnischen und jüdischen Bevölkerung 1939–1945 (Summa cum laude); 2006 Prix de la Fondation Auschwitz – Jacques Rozenberg, Brüssel.